Ausgangssituation

Auf der Insel Lesbos kamen seit dem Früh-sommer 2015 Flüchtlinge in nicht gekannter Anzahl an. Alle landen an der Nordostküste, weil dort die Entfernung auf dem Seeweg zur Türkei nur ca. 9 km beträgt. Die Flüchtlinge kommen in Schlauchbooten und die Insel hat keine Infrastruktur, um die Erstaufnahme und Registrierung zu gewährleisten. Größere Nicht- regierungsorganisationen waren zunächst nur begrenzt im Einsatz. Lediglich Ärzte ohne Grenzen (MSF), International Rescue Committee (IRC) und das UNHCR waren früh von Ort.

Der größte Anteil der Arbeit, gerade zu Beginn des Flüchtlings-stromes im Frühsommer 2015, lag auf der Zivilbevölkerung, die sich aufopfer- ungsvoll im Rahmen ihrer Möglichkeiten kümmerte. Auch im Verlauf der Herbstmonate 2015, als die Präsenz der Hilfsorganisationen zunahm, blieb ein Großteil der Arbeit in den Händen von Volunteers, freiwilligen Helfern. Öffentliche oder staatliche Unterstützung (Griechenland, EU) war zu keinem Zeitpunkt in relevanter Größenordnung zu bemerken.


Unsere Unterstützung 2015

Die Spendenmittel 2015 sind, wie auf der Mitgliederversammlung beschlossen, vollumfänglich in die Flüchtlingshilfe auf der Insel Lesbos geflossen. Es gab 2015 kein dringenderes Anliegen, als den ankommenden Menschen auf der Insel zu helfen.

 

Der Verein Platanenblatt e.V. hat im Jahr 2015 insgesamt 2.000,00 EUR für die Flüchtlingsarbeit auf der Insel Lesbos zur Verfügung stellen können.

 

Wir danken allen, die diese großartige finanzielle Unterstützung möglich gemacht haben!


borderline-europe e. V.

 

Urte Randel hatte mit der Organisation borderline-europe e.V. Kontakt aufgenommen, die in Kleio,
einem kleinen Dorf im Nordosten der Insel, wo die meisten Flüchtlingsboote ankommen, eine Erstaufnahme mit medizinischer und humanitärer Erstversorgung aufbaut. Der Name der Einrichtung ist Πρώτη Στάση („Erste Station“). Dieser Organisation wurden 500,00 EUR zur Verfügung gestellt, um die wichtige Erstaufnahmearbeit am Brennpunkt der Flüchtlingsströme zu leisten. Die Organisation hatte berichtet, dass sie auf eine Solaranlage für die zu installierende Dusche spart, um den vollkommen durchnässt ankommenden Flüchtlingen zunächst eine Möglichkeit zum Duschen mit warmem Wasser zu geben. Danach erhalten sie von der Organisation trockene Kleidung und eine Mahlzeit. Auch medizinische Erstversorgung kann von Kleio aus geleistet werden, zwei medizinisch ausgebildetet Kräfte sind im Team. In der Regel wollen alle Flüchtlinge so schnell wie möglich weiter, um sich registrieren zu lassen. Die Reisepapiere sind notwendig, um ein Fährticket nach Athen kaufen zu können. Von dort beginnt dann die Weiterreise über den Balkan in die angestrebten Aufenthaltsländer.

 

Die Organisation musste im Spätherbst 2015 ihre Arbeit vorübergehend einstellen, weil sich kein dauerhaft verfügbarer Ort für die Erstaufnahmeeinrichtung finden ließ. Anfang 2016 wurde eine Lösung gefunden und seitdem arbeitet Proti Stassi auf Lesbos als Erstaufnahmeeinrichtung für ankommende Flüchtlinge.

 

Weitere Informationen über die Organisation finden sich hier.


Ärzte ohne Grenzen e. V.

 

Bei all unseren Vor-Ort-Besuchen auf Lesbos gab es eine Konstante im Hilfeteam, der wir immer
wieder begegnet sind: Ärzte ohne Grenzen.

 

Die deutsche Sektion von Médecins Sans Frontières / Ärzte ohne Grenzen wurde 1993 als gemeinnütziger Verein gegründet. Als Teil des internationalen Netzwerkes verfolgt sie das Ziel, Menschen in Not ungeachtet ihrer ethnischen Herkunft, religiösen oder politischen Überzeugung medizinisch zu helfen und zugleich öffentlich auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Auf Lesbos sicherte die Organisation die medizinische Erstversorgung der Ankommenden gemeinsam mit anderen Helfern, die medizinische Versorgung in den Camps der Insel und den Transport der Ankommenden auf der Insel. Dieser Organisation wurden ebenfalls 500,00 EUR zur Verfügung gestellt.

 

Wenn ihr mehr über diese Organisation erfahren möchtet klickt hier.


Notfallpädagogik - Freunde der Erziehungskunst e. V.


Das Camp Moria auf der Insel Lesbos wurde insbesondere mit Fortschreiten der Flüchtlingskrise
von immer mehr Kindern, auch vielen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, bewohnt. Die
traumatischen Erlebnisse der Flucht, Gewalterfahrungen während der Flucht und die Trauer um
verlorene (durch Tod oder getrennt werden) Eltern oder Angehörige belasten Kinder und Jugendliche besonders.

 

Die Camps der Insel waren zu fast jedem Zeitpunkt mit viel mehr Menschen belegt, als eigentlich möglich. Die allgemeine Betreuungssituation war unzureichend, die der Kinder und Jugendlichen ganz besonders. Es kam zu dramatischen Ereignissen, wie versuchten Selbstmorden unbegleiteter Kinder, die an posttraumatischen Belastungsstörungen litten und keine geeignete Begleitung erfuhren.

 

Hier setzte die Arbeit des Notfallpädagogenteams ein. Das Team besteht aus Pädagogen, Ärzten, Therapeuten und Traumaspezlialisten, die sich der traumatisierten Kinder annehmen und sie psycho-sozial stabilisieren, damit sie den weiteren Weg bis in ihr endgültiges Bleibe-Land überhaupt in Angriff nehmen können. Dieser Organisation wurden für den notfallpädagogischen Einsatz im Camp Moria 1.000,00 EUR zur Verfügung gestellt.

 

Mehr über die Freunde der Erziehungskunst könnt ihr hier finden.